Floating Points im Interview über sein neues Album „Crush“

Seit Jahren wartet die Elektrowelt auf das neue Album seines Projekts Floating Points – auf seinem neuen Album „Crush“ drückt Sam Shepherd jetzt nur einen einzigen Knopf.

Sam, eigentlich stelle ich mir dich als Künstler vor, der es genießt, als unberechenbar zu gelten, und der für das zweite Album ganz entspannt nach einem Ansatz gesucht hat, der ihn persönlich kickt. Aber mitunter wird diese Vorstellung von einer zweiten Vision gestört, weil eben doch nicht so leicht zu ignorieren war, was alles vor fünf Jahren mit deinem Debütalbum „Elaenia“ passiert ist. Hat es dich am Ende doch unter Druck gesetzt, dass nicht gerade wenige von „Crush“ ein Statement zur Zukunft der elektronischen Musik erwarten?

Sam Shepherd (lacht): Glücklicherweise kommt deine ursprüngliche Vision der Realität näher. Tatsächlich habe ich den Aufnahmeprozess sehr genossen. Wenn ich mich auf neue Musik einlasse, kann ich ich auch den Gedanken im Hintergrund halten, dass es ja ganz eigentlich gerade um ein Album oder irgendein anderes Format geht.

Nach der Vorabsingle „Les Alpx“ dachten viele, du würdest dich auf die Techno-Wurzeln deiner frühen 12-Inches rückbesinnen. Doch jetzt entpuppt sich „Crush“ als ein hochkomplexes Album, das auch die experimentellen Ansätze der letzten Jahre weiterverfolgt.

Shepherd: Nach „Les Alpx“ hätte man vielleicht tatsächlich ein Album erwarten können, das ausschließlich auf den Dancefloor zielt, aber schon „Last Bloom“ als zweite Single hat dieser Annahme ja widersprochen. Tatsächlich ging es mir um die Verzahnung der beiden Elemente.

Findest du es okay, wenn man deinen Kompositionen zu einem gewissen Grad auch ein akademisches Interesse unterstellt?

Shepherd: Technische Aspekte machen einen Großteil der Arbeit aus. Da ich viele antiquierte Synthesizer, Tape Machines und altmodische Ausrüstung verwende, bin ich viel mit langwierigen und auch extrem langweiligen Aufbauten beschäftigt. Mein Studio ist schon ein ziemlich obskures Reich – was aber auch daran liegt, dass ich unbedingt alles zusammenführen will. Wenn es ans Aufnehmen geht, will ich nur einen Knopf drücken müssen und dann keinen weiteren Gedanken an die Technik verschwenden. Ab diesem Moment will ich mich nur noch der Musik zuwenden.

Das ist dann auch die Erklärung, warum du für „Elaenia“ fünf Jahre gebraucht und „Crush“ in gerade mal fünf Wochen aufgenommen hast?

Shepherd: Während „Eleania“ habe ich ja noch studiert, und es war oft schwierig, sich intensiv einer Sache zu widmen. Für „Crush“ habe ich die technische Arbeit und den kreativen Prozess getrennt: Nach jahrelangen Klangforschungen waren die eigentlichen Kompositionen dann innerhalb von fünf Wochen im Kasten.

Der Albumtitel lässt einen politischen Bezug vermuten, zumal die Songs mitunter sehr bedrohlich klingen und mit unheimlichen Momenten durchsetzt sind.

Shepherd: Tatsächlich habe ich noch nie so intensiv die Nachrichten verfolgt wie in den letzten Monaten. Mitunter schaue ich mir sogar die Diskussionen des House of Commons an, weil ich es nicht fassen kann, wie wir uns in Großbritannien immer mehr isolieren. Aber ich werde auch wütend, wenn ich den Rechtsruck in den anderen europäischen Ländern oder die Entwicklungen in den USA verfolge. Diese Wut und auch eine gewisse Traurigkeit lassen sich auf dem Album ganz sicher ausmachen.

Der Track „Anasickmodular“ fängt sogar den Kontrollverlust ein.

Shephard (lacht): Das war wirklich ein Unfall. Eigentlich hatte ich alles an einer Leine: Synths, Electronics, Drum Machine. Doch als ich die Leine mal ein bisschen locker gelassen habe, ging plötzlich eine Schlacht los. Sie haben sich gegenseitig angegriffen, und ich schiebe es tatsächlich auf meine Wut, dass ich sie habe machen lassen.

 

„Crush“ erscheint am 18. Oktober. Hier könnt ihr das Album bei Amazon bestellen.

Floating Points im Interview über sein neues Album „Crush“ • Listening

Verteilt über den letzten Monat hat die norwegische Jazzband Lassen Remixes der Stücke von ihrem Album „Eventyr“ veröffentlicht. Heute erscheinen sie gesammelt als Album. Mit dabei sind auch zwei Bonustracks von Anja Lauvdal und Kim Dürbeck.

Lassen: Remix-Eventyr erscheint heute als Album – inkl. zweier Bonustracks

The Dead Sound veröffentlichen ihre neue Single „No Tomorrow“

The Dead Sound veröffentlichen ihre neue Single „No Tomorrow“

Bendik Baksaas interpretiert „You Should Have Been There“ von Lassens Album „Eventyr“

Lassen: „You Should Have Been There“ | Eventyr Remix No 3 | Bendik Baksaas

Lassens „Lila Eule“ wird von Finn Grythe neu interepretiert.

Lassen: „Lila Eule“ | Eventyr-Remix No 2 | Finn Grythe

Sebastian veröffentlicht neue Single „Run for me“. Das neue Album erscheint im Herbst.

SebastiAn: Neue Single „Run for me“

Floating Points im Interview über sein neues Album „Crush“ • Weitere Beiträge

Georgia

Georgia im Interview über ihr Debüt„Seeking Thrills“

Jack Peñate stand kurz vor dem Durchbruch – doch dann ist er erst mal für zehn Jahre verschwunden. Jetzt kehrt er mit seinem neuen Album „After you“ zurück.

After you: Jack Peñate über sein neues Album

A Heartbreaker's Guide to the Galaxy: Bang Bang Romeo im Interview

A Heartbreaker's Guide to the Galaxy: Bang Bang Romeo im Interview

Was raus muss: Coma im Interview zu ihrem neuen Album „Voyage Voyage“

Harmonie als Strategie: Ben Böhmer im Interview zu seinem Debütalbum „Breathing“

Amilli gilt als deutsche Nachwuchshoffnung. Vor kurzem erschien ihre erste EP „Wings“.

Popstar next Door: Amilli über ihr Debüt „Wings“

Bonnie „Prince“ Billy veröffentlicht sein neues Album „I made a Place“.

Die ewige Wiederkehr: Bonnie „Prince“ Billys neues Album „I made a Place“

Die Tindersticks im Interview über ihr neues Album „No Treasure but Hope“.

Tindersticks: Im Interview über das neue Album „No Treasure but Hope“

Swans-Chef Michael Gira über die neuen Beatles und sein Album „Leaving Meaning“

Swans-Chef Michael Gira über „Leaving Meaning“ und die neuen Beatles

Sie bringen Stimmen auf das instrumentelle Golden Silence Festival – Kuf im Interview über Destiny's Child und Mahler

Golden Silence Festival: KUF zwischen Destiny's Child und Mahler

Half Moon Run könnten mit ihrem dritten Album „A Blemish in the great Light“ den Indiepop retten.

Half Moon Run: „A Blemish in the great Light“ könnte den Indiepop retten

Mando Diao veröffentlichen ihr neues Album „Bang“.

BANG: Mando Diao machen wieder Party

Lisa Simone veröffentlicht ihr neues Album „In Need of Love“.

Lisa Simone: „In Need of Love“

Foto: you are what you listen to

Innovative Musik - ein entspannender Zeitvertreib für unterwegs

Dead South kommen 2020 auf Tour.

Dead South im Interview über ihr neues Album „Sugar & Joy“

DIIV bringen ihr neues Album „Deceiver“ heraus.

„Deceiver“: Mit ihrem neuen Album lassen DIIV den Skandal hinter sich

Girl Band veröffentlichen ihr neues Album „The Talkies“.

Herrschaftliches Unwesen: Girl Band veröffentlichen „The Talkies“

Joey Bargeld hat gerade sein Album „Punk is dead“ veröffentlicht.

Joey Bargeld im Interview über „Punk is dead“

Sampa the Great veröffentlicht ihr Debüt „The Return“.

Sampa the Great: Express yourself

Efterklang veröffentlichen ihr neues Album „Altid Sammen“.

Efterklang: Dänisch für Wiedereinsteiger

Bonnie „Prince“ Billy, Bryce Dessner und Eighth Blackbird schreiben einen Liebesbrief an die Musik und die Menschheit

Bonnie „Prince“ Billy, Bryce Dessner, Eighth Blackbird – „When We Are Inhuman“

G-Flip hat gerade ihr Debüt „About us“ veröffentlicht.

Unvollkommen schön: G Flips Debüt „About us“

!!! im Interview über ihr neues Album „Wallop“

Auf „All Right, All Night“, dem zweiten Teil einer geplanten Spacecountry-Trilogie plagt den kosmischen Troubadour Garrett T. Capps das Heimweh.

Garrett T. Capps – „All Right, All Night“

Einfache Worte für komplizierte Gefühle

Ausgeschlafen

Henning Fuchs veröffentlicht sein Debütalbum „A new Beginning“.

Die Stille vor dem Ton

„Warum nicht mal das Kaputte feiern?“

Sturgill Simpson

Drei Alternativen zum neuen Willie-Nelson-Album

Daniel Puente Encina im Interview

Zurück zu den Wurzeln: Daniel Puente Encina

Kishi Bashi – Omoiyari

Kishi Bashi: Omoiyari

Die norwegische Jazzband Lassen lässt die Songs ihres Albums „Eventyr“ neu interpretieren. Nun geht es in Runde drei. Nachdem Lassens „Lila Eule“ letzte Woche von Finn Grythe überarbeitet wurde, interpretiert Billy Meier nun das Stück „You should have been there“.

LASSEN: „YOU SHOULD HAVE BEEN THERE“ | EVENTYR REMIX NO 4 | Billy Meier

Krach & Getöse

Krach & Getöse – Die fünf Sieger*innen dieses Jahres

Two Door Cinema Club spielen vor Veröffentlichung ihres neuen Album „False Alarm“ am 10. Juni eine exklusive Show im Berliner Lido. Wir verlosen Gästelistenplätze.

Gewinnspiel: Mit kulturselektor auf die Gästeliste von Two Door Cinema Club in Berlin

Das neue The Tallest Man On Earth Album wird ab dem 28.06. auch auf Platte verfügbar sein

Gewinnspiel: "I Love You. It's a Fever Dream."

Amyl And The Sniffers veröffentlichen ihr Debüt auf Rough Trade

Arschcool: Amyl And The Sniffers

Shalosh machen Jazz, der sich dem Elitarismus verweigert. Das Album „Onwards and Upwards“ erscheint im Juni.

Shalosh: Jazz ist anders

Manu Katché tour mit seinem Album „The Scope“

Manu Katché: „Ich brauche die Zusammenarbeit mit anderen Musikern.“

Freya Ridings

Freya Ridings

Sziget Festival 2019: Erste Acts bestätigt

Das waren die fünf spannendsten Neuentdeckungen beim Le Guess Who? 2018

Denise Mina

Denise Mina: Schotten halten dicht

Minitopia Projekt öko

Minitopia: Autark ist stark!

Endstation Endstation?

Zurück zu den Wurzeln

Wes’ wunderbare Welt

Weniger ist yeah!

Floating Points im Interview über sein neues Album „Crush“ • News

Thor Harris - „Is Adam OK?“

Thor Harris: „Is Adam OK?“ – Zweiter Teil der Joyful Noise Serie

Floating Points im Interview über sein neues Album „Crush“ • Reviews

Dirty Projectors: Sing the Melody | Das neue Album im Plattenchat

Dirty Projectors: Sing the Melody | Das neue Album im Plattenchat

Speedy Wunderground

Speedy Wunderground: Year 4 – Der Sampler im Plattenchat

Das neue Album von Nocturnal Sunshine im Plattenchat

Big Thief veröffentlichen ihr neues Album „Two Hands“.

Big Thief: Two Hands

Thom Yorke: „Anima“ – Bei uns im Plattenchat.

Thom Yorke: „Anima“

The Flaming Lips haben ihr Album „King's Mouth“ veröffentlicht.

The Flaming Lips: „King's Mouth“

Stereo Total sind mit ihrem neuen Album „Ah! Quel Cinéma!“ bei uns im Plattenchat.

Stereo Total: „Ah! Quel Cinéma!“

Kate Tempest: The Book of Traps and Lessons

Leseempfehlungen

Was raus muss: Coma im Interview zu ihrem neuen Album „Voyage Voyage“

Harmonie als Strategie: Ben Böhmer im Interview zu seinem Debütalbum „Breathing“