Das neue Album der Düsseldorf Düsterboys im Plattenchat

Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet. Dieses Mal geht es um das neue Album der Düsseldorf Düsterboys.

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Michael, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen … dieses Mal geht es um das neue Album von The Düsseldorf Düsterboys.

THE DÜSSELDORF DÜSTERBOYS

NENN MICH MUSIK

Christoph: Woran liegt es eigentlich, dass deutsche Texte meistens so grässlich sind? Die Kompositionen können das Album noch etwas retten, aber es streitet sich auf jeden Fall mit „No Statue“ von AV AV AV um den Platz des schlechtesten Albums dieser Auswahl.

Carsten: Der Humor von International Music war schon nicht so ganz meine Teetasse, und wenn Peter Rubel und Pedro Cornelius mit ihrem Folkprojekt jetzt Messwein anbieten, bin ich auch eher raus. Wobei ich mich mit „Kaffee aus der Küche“ dann doch voll identifizieren kann. Und „Zimmer deiner Wahl“ reizt zum Widerspruch: Auch Frühaufsteher haben ein Recht auf Depression.

Michael: Dafür werden ihre Depressionen durch das ständige Frühaufstehen nicht noch zusätzlich befeuert – bin da schon sehr bei den Düsterboys! Finde ihre zwischen lakonisch, weinselig und verschlafen umhertorkelnden Folk-Miniaturen aber auch sonst hübsch, obwohl es wahrscheinlich nicht viele Gelegenheiten geben wird, zu denen ich dieses Album hören will.

Mitja: Finde es irgendwie bewundernswert, wie die Düsterboys so völlig losgelöst von allem und jedem vor sich hin musizieren und dabei der ein oder andere witzige Text abfällt. Auf Plattenlänge ist mir der fast durchgehend lahme Sound dann aber doch zu langweilig.

MICHAEL S. BENDIX

wagt sich dieser Tage mit einem Queen-Event im Planetarium und einem Cher-Konzert erstaunlich oft aus seiner Komfortzone heraus – da passt es, dass seine Sympathie im Plattenchat unerwartet den Düsterboys gilt. Zu einem Trip nach Düsseldorf lässt er sich trotzdem nicht so schnell hinreißen – dann lieber ein Klubabend mit Nocturnal Sunshine.

MITJA STEFFENS

findet in dieser Runde nicht so recht die eine Überfliegerplatte, aber freut sich dennoch auf Klubbesuche bei AV AV AV und Nocturnal Sunshine. Und für den entspannten Sonntag danach gibt es dann die Düsseldorf Düsterboys (aus Essen) oder ruandischen Sonnenschein von The Good Ones.

CARSTEN SCHRADER

bekämpft den Novemberfrust in diesem Jahr erneut beim Lieblingsfestival Le Guess Who? in Utrecht. Sehr gern begleitet er auch Mitja zu Maya Jane Coles und erklärt den Düsterboys bei einem Frühkurs mit alkoholfreiem Kaffee, warum man Klub besser mit K schreibt.

GASTHÖRER

CHRISTOPH DEUTSCHER

verstärkt die Musikredaktion für ein halbes Jahr als Premiumpraktikant. Mit der Chatauswahl kann er sich bis auf The Good Ones aber nicht so wirklich anfreunden. Für eine Jam-Session mit ihnen in Ruanda wäre er durchaus zu haben. Aber eben nur, wenn kein Zwischenstopp in Düsseldorf geplant ist, damit eine Begegnung mit den Düsterboys vermieden wird.

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