Interview zur Tour: Tanita Tikaram

Interview Jonah Lara

Sie spielt „Twist in my Sobriety“ noch immer, doch von Stillstand kann bei der britischen Songwriterin keine Rede sein.

Tanita, letztes Jahr ist dein Debütalbum „Ancient Heart“ 30 Jahre alt geworden. Inspiriert dich die Vergangenheit?

Tanita Tikaram: Inspiration funktioniert bei mir anders. Ich höre viel Musik und entdecke andere Künstler*innen gerne live. Sowas inspiriert mich. Wenn ich Musik entdecke, finde ich meist eine Facette, die heraussticht. Später bemühe ich mich dann, die Musik kritischer zu hören, um zu verstehen, wie sie funktioniert, wie die Musiker*innen eine Stimmung oder einen Groove erzeugen. Meine eigene Musik versuche ich auch so zu hören – aber es ist natürlich sehr schwer, da objektiv zu sein.

Hits wie „Twist in my Sobriety“ sind immer noch in deinem Live-Programm. Fühlst du dich deinem alten Material noch verbunden?

Tikaram: Das sind wohl die Songs, bei denen ich die Texte nie vergessen werde. (lacht) Das ist ein guter Anker für ein Set.

Du hast 1998 und 2005 zwei längere Pausen gemacht. Hast du in Erwägung gezogen, ganz aufzuhören?

Tikaram: Wenn man jung ist, hat man nicht unbedingt das Gefühl, dass man sich das ausgesucht hat, was man macht – vor allem, wenn der Erfolg so schnell kommt. Ich war die typische Teenagerin, die Songs in ihrem Zimmer für sich selbst schreibt, und als ich sie dann geteilt habe, ging alles sehr schnell. Es war ja auch ein ziemlich punktueller Erfolg – vielleicht reflektieren die Pausen das. Heute ist meine Arbeit kollaborativer: Ich versuche, ein Team zu bilden, die musikalischen Stärken meiner Musiker*innen zu verstehen und selbst etwas dazuzulernen.

Dein letztes Album „Closer to the People“ hatte einen sehr bluesigen Sound. Fühlst du dich da wohl, oder willst du weiter experimentieren?

Tikaram: Ich experimentiere gerne und finde viele unterschiedliche Sounds aufregend. Es fühlt sich für mich richtig an, Musiker*innen aus ganz verschiedenen Genres zusammenzubringen: Auf der „To Drink The Rainbow“-Tour spiele ich jetzt zum Beispiel mit dem klassischen Akkordeonisten Bartosz Glowacki und der Violinistin Helen O’Hara von Dexy’s Midnight Runners.

Ticket gibt es bei Eventim.

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