Thom Yorke: „Anima“

Auflegen oder aufregen? Die Musikredaktion hat sich mal wieder die Köpfe heißgeredet. Dieses Mal geht es um „Anima“ von Thom Yorke.

Die Musikredaktion ist sich eigentlich nur in einer einzigen Sache einig: Ohne Musik geht es nicht. Aber schon bei der Frage, welche Musik es denn bitte sein soll, fliegen (manchmal) die Fetzen. Zumindest, wenn Verena, Carsten und Mitja sowie ein monatlich wechselnder Gasthörer sich zum Plattenchat treffen. Dieses Mal geht es um „Anima“ von Thom Yorke.

Mia: Als ich gesehen habe, dass die neue Thom Yorke dabei ist, hab ich ein bisschen Angst bekommen. Musik großer Künstler*innen zu bewerten ist so eine Sache. Muss auch gestehen, ich war erst angetan, seitdem er beim Twilight-Soundtrack mitgewirkt hat. Ich bin ja eine große Freundin klar produzierter, cleaner, elektrischer Musik, also gefällt mir das Album. Muss das ganze noch ein paar mal hören. Holt ab und putscht auf, klingt wie in kaltes Wasser tauchen.

Mitja:Der Kurzfilm, den Regisseur Paul Thomas Anderson zu dem Album gedreht hat, erleichtert den Zugang. Künstlerisch sehr wertvoll – und das ist in diesem Fall ganz ehrlich lobend gemeint, ohne zynischen Unterton!

Carsten: Ich bin erleichtert, denn „Tomorrow’s modern Boxes“ ging voll an mir vorbei. Hier finde ich wieder Ankerpunkte, die mich immer tiefer in die Tracks reinziehen. Spannender als das letzte Radiohead-Album, und mit „Twist“ hat diese Schönheit auch einen siebenminütigen Übersong.

Verena: Ich habe ja gewisse Vorbehalte gegenüber Radiohead, aber hier überzeugt Yorke mich komplett mit seiner elektronisch versierten Leisetreterei. Aber was soll frau auch sagen gegen einen Künstler, der sich in Anlehnung an C. G. Jung ein weibliches Schamhaardreieck aufs Cover packt.

 

VERENA REYGERS

war selten so angetan von einer Chatrunde wie dieser – abgesehen von den Hunny-Dödeln gibt es tolle Platten in diesem Monat. Da reicht die Playlist locker für eine richtig große Fahrradtour, nicht wahr Casi? Und Mitja nehmen wir dieses Mal auch mit!

MITJA STEFFENS

ist in dieser Chatrunde vor allem von Tora angetan, für die gemeinsame Radtour stimmt er aber dem Die-Höchste-Eisenbahn-Soundtrack zu und überlegt bereits, ob auf dem Rad eine ähnlich raffinierte Choreografie wie in Thom Yorkes Kurzfilm „Anima” möglich ist.

CARSTEN SCHRADER

nimmt Thom Yorke auf den Gepäckträger und kauft einen Sozius für Tora, um dann die Agenturidioten auf ihren Elektrorollern zu schikanieren, die ihn in Hamburg neuerdings nerven. So gut im Training hält er bei der Fahrradtour mit den Kollegen dann sicher auch im hinteren Mittelfeld mit.

GASTHÖRERIN

MIA MORGAN

konnte bereits im letzten Jahr mit der Single „Waveboy“ ein Ausrufezeichen setzen, und es passt auch, dass die in Kassel aufgewachsene Musikerin mehrere Supportshows für Drangsal gespielt hat. Nun liegt die von Max Rieger (Die Nerven) produzierte Debüt-EP „Gruftpop“ vor, und Mia Morgan beweist auch beim Plattenchat große Geschmackssicherheit.

Wer noch mehr Plattenchat will, findet hier die letzte Episode mit unserem Gasthörer Enno Bunger.

„Anima“ könnt ihr hier bei Amazon bestellen.

Thom Yorke: „Anima“ • Listening

Verteilt über den letzten Monat hat die norwegische Jazzband Lassen Remixes der Stücke von ihrem Album „Eventyr“ veröffentlicht. Heute erscheinen sie gesammelt als Album. Mit dabei sind auch zwei Bonustracks von Anja Lauvdal und Kim Dürbeck.

Lassen: Remix-Eventyr erscheint heute als Album – inkl. zweier Bonustracks

The Dead Sound veröffentlichen ihre neue Single „No Tomorrow“

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Bendik Baksaas interpretiert „You Should Have Been There“ von Lassens Album „Eventyr“

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Sebastian veröffentlicht neue Single „Run for me“. Das neue Album erscheint im Herbst.

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